Referenzen / Europahaus Mayrhofen

  • Land: Österreich
  • Architekt: Architekturhalle, Telfs
  • Bauherr: Marktgemeinde und Tourismusverband Mayrhofen
  • Jahr: 2010

Das Congresszentrum Europahaus Mayrhofen - Edelstein vor Bergkulisse

Das 1979 im Zentrum von Mayrhofen, dem Hauptort des legendären Zillertales, eröffnete “Europahaus” hat sich zu einem wesentlichen Kulturträger des Tiroler Unterlandes entwickelt, in dem bis zum Start des Umbaus Anfang 2009 insgesamt 20.000 Veranstaltungen statt gefunden haben.

Um die Sogkraft des „Europahauses“ als Veranstaltungs- und Kongressmagnet auch in den kommenden Jahrzehnten sicherzustellen wurde beschlossen, das „Europahauses“ zu modernisieren und flexibler zu gestalten. Hierzu wurde ein Konzept entwickelt, das in seiner architektonischen Ausformung höchst bemerkenswert, attraktiv und bis zu einem gewissen Grade auch recht mutig genannt werden darf. Verwirklicht wurde der Entwurf der Architekturhalle Telfs, der mit dem bisherigen, eher schweren und behäbigen Erscheinungsbild des alten „Europahauses“ bricht.


Architektonisches Konzept
Das neue „Europahaus“ präsentiert sich in seiner neuen Version als leichte, helle Naturform, bei der die bündigen Glasflächen der Säle mit den weißen Eternit-Fassadenplatten harmonisch und selbstverständlich zu einer geschliffen-schönen Gesamtform verschmelzen. Dabei entsteht der verführerische Eindruck eines edlen Steins, wie ihn sonst nur Höhlenforscher oder Geologen bei diffusem Lampenschein tief im Inneren der Berge zu Gesicht bekommen. Hier jedoch steht das mächtige Volumen mitten im Herzen eines traditionellen Bergdorfes – und voll im Licht der Sonne. Von jedermann ausgiebig zu betrachten, und im Spannungsfeld zu seinem baulichen Kontext als architektonische Attraktion zu bestaunen.


Bedeutung für Mayrhofen
Für die Gemeinde Mayrhofen soll das neue Europahaus ein Treffpunkt für alle sein. Es symbolisiert die Moderne, auf welche der Tourismus und die Ferienregion zusteuern. Gleichzeitig ist es Teil der Tradition, weil es einerseits renoviert wurde – also aus etwas Altem etwas Neues entstanden ist – und dadurch Teil des Erbgutes von Mayrhofen geworden ist. Tradition und Moderne treffen gekonnt aufeinander, sie ergänzen sich förmlich.

Nachhaltigkeit

  • Umbau und Sanierung statt Neubau: konstruktiver Bestand wird in die neue Gestalt, Form und Funktion integriert
  • Wiedererkennungswert und Identifikation durch Form und Materialien – Magnet für Tourismusgemeinde
  • Höchste Flexibilität im Gebäude: Funktion und Größe von Räumen variabel durch Schiebewände
  • Energetisch optimierter Baukörper mit max. Volumen bei minimaler Fassadenfläche
  • Klimahülle: vorgehängte Holzkonstruktion mit Faserzementplattenverkleidung bildet neue Wetterschicht; Mineralwolldämmung an Bestandsfassade, Ausbildung eines Luftraumes als Pufferzone
  • Dachkonstruktion: Monocoversystem: zweifach hinterlüftete Konstruktion, wasserführende Schicht unter Eternit-Großtafel AURiA-C
  • Fassade und Dach mit Faserzementplatteneindeckung als zusätzlichen Überhitzungs- und Schallschutz
  • Verwendung von heimischen Materialien: Verbindung von Tradition und Moderne




© Foto: DI Angelo Kaunat