Referenzen / Frauenwohnprojekt ro*sa

  • Land: Östereich
  • Architekt: Köb & Pollak, Wien
  • Bauherr: WBV-GPA
  • Jahr: 2009

Objektbeschreibung der 40 geförderten Mietwohnungen von 30 bis 120 m2 und Gemeinschaftsräumen.

Das Projekt ist als partizipatives Gemeinschaftswohnprojekt für Frauen mit hohem sozialökonomischen Anspruch geplant. In Anlehnung an Beispiele aus dem Roten Wien wurde ein experimentelles Wohnmodell entwickelt, das Frauen aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen ein selbständiges, integratives und kommunikatives Wohnen und Leben ermöglicht. Eigens auf die Nutzerinnengruppe abgestimmte Wohnungsgrundrisse öffnen das Angebot auch für Frauen mit geringen finanziellen Möglichkeiten, für Alleinerzieherinnen und Frauen aus mehreren Generationen. Gemeinschaftsräume wie Bibliothek, Workshopraum, Werkstatt, Waschküche, Dachterrasse, Sauna und mehrfach nutzbare Erschließungszonen ermöglichen ein Gemeinschaftsleben und beugen einer Isolation vor. Der kubische Baukörper wird durch drei Höfe eingeschnitten, die eine innen liegende, drei Meter breite Erschließungszone belichten. Diese als „Passagenraum“ konzipierte Zone erweitert den Wohnraum, fungiert als Treffpunkt wie eine Dorfstraße und kann temporär z.B. als Galerie genutzt werden. Konstruktiv wurde ein System aus Stützen und Platten in Beton gewählt. Es erlaubt eine maximale Flexibilität, eine nachträgliche Trennung oder Zusammenlegung von Wohneinheiten und ermöglicht eine freie innere Aufteilung der Wohnungen in Loft- oder Zimmertypen. Alle Küchen sind frei in einen Ess-Wohnraum gestellt, alle Zimmer sind neutral und verhindern Hierarchien zwischen Erwachsenen und Kindern.
Das Äußere des lang gezogenen, viergeschoßigen Baukörpers mit drei eingeschnittenen Höfen ist zur Gänze mit großformatigen, stehenden Eternittafeln in zwei Farben überzogen. Beige und Dunkelgrau wechseln sich als Grundfarbe ab, bei notwendigen Verschnitten durch die französischen Fenster wird die angeschnittene Platte in der jeweils anderen Farbe eingefügt. Dadurch entsteht ein gleichförmiges und doch unterschiedliches Muster, das auch die Fassaden der benachbarten Häuser aus den 1960er Jahre reflektiert.

© Foto: Anna Blau
Landschaftsplanung: Auböck + Kárász