Referenzen / Mischek-Tower

  • Land: Österreich
  • Architekt: Delugan Meissl Associated Architects
  • Bauherr: Mischek Bau AG

Am Wienerberg, im Süden Wiens situiert, wirkt das Hochhaus als ein signifikantes Zeichen auf den Ort selber und weit darüber hinaus.

Die elegante, klare, nicht weniger selbstbewusste Silhouette des 101 Meter hohen Turms wird durch zwei verschiedene kontrastierende Fassadentypologien geprägt, die aus der Orientierung des Gebäudes resultieren. Nach Süden und Westen hin erweitert sich der Wohnraum um eine 1,80 Meter tiefe Loggienschicht, deren äußere Verglasung als „filigraner Vorhang“ mit einer an Codierungslinien erinnernden Strichgrafik bedruckt ist. Die Loggien nehmen das Motiv der vertikalen Stadtgärten der Entwurfsphase auf und stellen in der Verdichtung des Wienerbergs einen individuell nutzbaren „Freiraum“ dar. Dies verschafft den Wohnungen, neben der großzügigen Belichtung über die durchlaufende Verglasung, einen hohen Mehrwert. Der geschützte Außenraum fungiert als Filter und als bewusst artikulierte räumliche und visuelle Schwelle zwischen innen und außen. Nach oben hin, dort wo kein direktes Gegenüber den Blick hineinlenken kann, löst  sich das Muster sukzessive zu weitestgehender Transparenz auf.

Im Gegensatz dazu zeigt sich die Nord- und Ostseite introvertiert und homogen. Die dunkel monolithische Anmutung der Eternitverkleidung wird durch das Spiel der frei angeordneten raumhohen Französischen Fenster kontrastreich aufgeladen. Die Ruhe und Einheitlichkeit der Fassade erhält durch das feine Fugenbild der versetzt ineinander greifenden schwarzen Eternitelemente eine ganzflächige, zurückhaltende grafische Gliederung, die durch vereinzelt auskragende Schilde unterhalb der Französischen Fenster akzentuiert wird.

Ausgehend von der Rohbaukonfiguration können verschiedene Wohnungstypen zusammengeschaltet werden, die auf diese Weise neben einer großen Flexibilität auch eine hohe Wohnqualität aufweisen.
Ein wesentliches Anliegen der Fassadengestaltung lag darin, eine stereotype Ablesbarkeit sich wiederholender Wohnungstypen in dem äußeren Erscheinungsbild zu vermeiden. Vielmehr war es das Ziel, in Übereinstimmung mit den grundlegenden wohnungsinternen Anforderungen, das heterogene Bild der inneren Struktur in einer ganzheitlich grafisch gegliederten Außenhaut zu beruhigen.

Daten:
Bauträgerwettbewerb 1999, 1. Preis
Baubeginn: 2003
Fertigstellung: 2005
Grundfläche: 16 m x 40 m
Nutzfläche: 16.600 m²
Bruttogeschoßfläche: 23.200 m²
Kubatur: 69.600 m³
© Fotos: © Herta Hurnaus, Wien