VHF: Aufbau und Technik

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Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) erfüllt unterschiedlichste Anforderungen an Wärmeschutz, Brandschutz oder Schallschutz ohne Abstriche bei der Gestaltungsfreiheit

Grafik: FVHF.de
 

So wird jede Fassade zum Meisterstück

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden haben gerade im alpinen Raum eine jahrhundertealte Tradition, aus der sich mit Hilfe modernster Technik faszinierende, ausgereifte  Fassadensysteme entwickelt haben. Neben der hohen funktionalen Sicherheit durch die konstruktive Trennung von Wärmeschutz und Witterungsschutz schätzen Architekten vor allem die nahezu unendlichen gestalterischen Möglichkeiten einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF). Unterschiedlichste Fassadenbekleidungen, oft auch als Werkstoffkombination realisiert, verleihen jedem Gebäude ein prägnantes, unverwechselbares Äußeres. Ein Schwerpunkt in der Arbeit des ÖFHF liegt in der Darstellung der technischen Vorteile des Systems der vorgehängten hinterlüfteten Fassade. Mit keinem anderen Fassadensystem lassen sich Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz oder Blitzschutz so problemlos und gestalterisch ansprechend umsetzen. Kein anderes Fassadensystem punktet mit so langer Lebensdauer bei gleichzeitig so geringer Schadensanfälligkeit.

Die einschlägigen ÖNORMEN für Dachdecker und Spenglerarbeiten beinhalten nur wenige Angaben zur Planung und Ausführung von vorgehängten, hinterlüfteten Fassaden. Deshalb hat der ÖFHF eine Verbandsregel erstellt, die die bestehenden ÖNORMEN ergänzt und den aktuellen, allgemein anerkannten Stand der Technik darstellt. Die Verbandsregel enthält Vorgaben für die fachlich richtige Planung, Ausschreibung, Vergabe und Ausführung sowie für die Auswahl geeigneter Materialien.
 

Materialien zur Fassadenbekleidung

Hierfür steht ein vielfältiges Spektrum an unterschiedlichsten Werkstoffen zur Verfügung, deren Qualität, Dauerhaftigkeit, Lichtechtheit und Frostbeständigkeit Grundvoraussetzung sind für die Langlebigkeit einer Fassade. Bewährte Werkstoffe sind HPL- und faserverstärkte Harzkompositplatten, Tafeln aus Faserzement, Faserbeton oder Holzzement, Keramik und Feinsteinzeug, Kupfer, Titanzink, Aluminium-Verbundplatten, Aluminiumtafeln und Ziegel. Außerdem können Trägerplattensysteme für individuelle Applikationen mit Putz, Glas, Naturwerkstein, Keramik oder Metallen eingesetzt werden.
 

Hinterlüftungsspalt

Die Komponenten Dämmung (Wärme-, Kälte-, Brandschutz) und Bekleidung (Witterungsschutz) sind bei der VHF konstruktiv voneinander getrennt. Der zwischen den Komponenten angeordnete Hinterlüftungsspalt regelt den Feuchtehaushalt im Baukörper: Bau- und Nutzungsfeuchte werden durch diesen Hinterlüftungsspalt zuverlässig abgeführt. Feuchte Außenwände trocknen in kürzester Zeit aus. Hierdurch wird auch ein optimales Innenraumklima gewährleistet.
 

Fassadendämmung

Die Funktionen Witterungsschutz und Dämmung sind im zweischichtigen VHF-System konsequent voneinander getrennt. Üblicherweise kommen mineralische Dämmstoffe der Wärmeleitfähigkeitsgruppen 035 oder 032 für jede Gebäudehöhe und -nutzung zum Einsatz. Die Ausbildung einer VHF als Energieeinsparfassade lässt sich problemlos umsetzen, denn systembedingt ist der Einbau von jeder geforderten Dämmstoffdicke möglich. Eine nachträgliche Erhöhung der Dämmstoffdicke ist unter bestimmten Voraussetzungen und Anpassungen ebenfalls realisierbar.
 

Metall- und Holzunterkonstruktionen

Der Unterkonstruktion als statischem Bindeglied zwischen der tragenden Außenwand und der Fassadenbekleidung kommt eine besondere Bedeutung zu. Als Werkstoffe stehen verschiedene Stähle, Aluminium und Holz oder eine Kombination zur Verfügung. Mehrheitlich durchgesetzt haben sich Aluminium-Unterkonstruktionen. Sie sind dreidimensional justierbar und legen sich zwängungsfrei um den Baukörper. Unebenheiten und Wandversprünge lassen sich zu einer absoluten Lot- und Waagerechten ausgleichen. Aluminium-Unterkonstruktionen können - auch bei nichtleitender Bekleidung - hochwirksam in jedes Blitzschutzkonzept integriert werden.